Plattschwätzer besuchen St. Aldegund

Freitag, 20. August 2021, 17 Uhr

Seit 2009 besuchten die „Plattschwätzer“ dreißig Dörfer und Städte um diese in der Mundart des jeweiligen Ortes zu erleben. Der Einladung folgten zwischen 30 und über hundert Teilnehmer - und diese hatten viel Spaß.

Für Freitag, 20. August 2021 lädt nun die Mundart-Initiative nach St. Aldegund ein. Der Treffpunkt um 17 Uhr ist vor der Kirche am Moselufer.

Gerhard Schommers führt durch seine Heimatgemeinde. St. Aldegund hat viel von seiner Ursprünglichkeit erhalten. Es gab keine Kriegsschäden, die den alten Ortskern zerstört hätten. Das „Christophorus-Haus“, dessen Giebelteil 1472 erbaut wurde, dürfte eines der ältesten Wohngebäude der Region sein. Auch die 1144 erstmals in einer Urkunde erwähnte „alte“, romanische Kirche mit ihrer wertvollen Ausstattung dürfte ein „Highlight“ des Rundgangs sein. Die „neue“, neugotische Kirche wurde 2005 umfassend restauriert und weitgehend auf ihre Ursprünglichkeit „rückgebaut“ nachdem in den1960er Jahren die Kirche „modernisiert“ worden war und so ihren Charakter verloren hatte.

Die Besucher werden auch erfahren, wie die Spottnamen „Bugramm“ und „Dalliend“, auf die die St.Aldegunder stolz sind, entstanden. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos und eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Einladung richtet sich an Jedermann-frau, nicht nur an Vereinsmitglieder. Die zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Corona-Vorschriften sind einzuhalten.

In St. Aldegunder Mundart

Modderspraoch
Aus dem Bändchen „Wu mer derhaam sein“ von Werner Becker, Trier

Noch äringst Trierer Platt ze schwätzen, frösch von der Lewer, frank o frei, gölt heitzedaag su ka‘ mer schätzen, maast nömmih als der letzde Schrei. Manch aanem diet et gär probieren, doch maant’n ängstlich: laoß et sein. Leit die su greilich schwadronieren, hält ons Gesellschaft nöt fer fein. Su denken doch bluß traurig Naoren, ons Sproch öß alt und ewig jung. Dein Modder haot vier lange Jaohren, deich daomöt ön die Schlaof gesong. O wenn ö‘ seinem stöllsde Winkel, daofier en Platz seich noch bewaohrt, dä peift of Gigges, Tön on Dünkel, en haot, ze recht, sich oft gedoacht.

Wat war wohl schiener aonzeheeren, als Modderspraoch voll Poesie? Wenn die ons Könner maol verleren, dut dat uns dief öm Herze wieh. Bedenkt, mer käm naom Enn vom Lewen, zom Petrus,rof ob sein Etag‘, o kööt kaan trierisch Antwort gewen. Majusebedder, die Blamag ! Drom such bei deinem Dun on Treiwen, wär och die Welt graod wie verhext, dir on dei’m Daafschein treu ze bleiwen, o red wie d’r de Schnaowel wächst.

Ein anderes Thema

Man liest und hört so viel von „gender-gerechtem“ Schreiben und Sprechen. Für uns Plattschwätzer ist das kein Thema. Wenn ich schreibe „Liebe Plattschwätzer“ dann sind alle angesprochen, Frauen und Männer, Junge und Alte. Es würde doch eher fremd klingen wenn ich „Liebe Plattschwätzende“ schreiben würde. Also bleiben wir bei dem Althergebrachten, das sind wir gewohnt und passt viel besser zu unserer moselfränkischen Mundart.

Und zum guten Schluss:

Von de Fesch

Dä Lehrer hodd die verrich Woch met uus die Feschelcher besproch. doo es da och die Red droff kumm, datt all die Fesch säin stell un stumm. Mir hatten en der Klass da Looxe Fritzje, dat woar dä allerkläanste Stropp, awwer och e spassich Witzje. Un wäil dat kläane Kerlche eewe, kun su drollisch Antwort gewe, frächt dä Lehrer, Fritz warum, sind die Fische alle stumm. Dö säät dä Kläane zom Lehrer säinem Ergötze, „Ei, wenn doo inner Wasser setz, da kanns do och net schwätze“.

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Mundart zum Verschenken

Die Serie der meist kuriosen und urigen Mundart-Worte in der Rhein-Zeitung findet großes Interesse. Die Mehrzahl dieser seit Generationen benutzten Ausdrücke findet man im Buch „Mir schwätze Platt“ das die Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell aus Anlass ihres 10-jährigen Bestehens herausgegeben hat.

Das Buch mit 90 Geschichten in Mundart aus 75 Gemeinden unseres Kreises auf etwa 250 reich bebilderten Seiten ist ein passendes Geschenk für Verwandte, Freunde und Bekannte, insbesondere wenn diese heute nicht mehr in ihrer alten Heimat leben. Man kann sich das Buch auch selbst schenken und mit Freude lesen.

Das Buch wird nach wie vor im Buchhandel des Kreises zum Preis von 15 € angeboten. Alle Infos zur Mundart-Initiative findet man unter www.mir-schwaetze-platt.de.

Beim Schnitzen wird auch „Platt“ gesprochen.

Corona darf unsere Vereinsarbeit nicht zum Erliegen bringen. Deshalb suchen wir den Kontakt zu unseren Mitgliedern durch regelmäßige Rundbriefe mit alten und neuen Mundart-Beiträgen solange persönliche Treffen nicht möglich sind. Viele unserer Mitglieder haben besondere Hobbies oder Ehrenämter. Darüber sollte man auch berichten. Heute beginnen wir mit dem Hobby unseres Mitgliedes Peter Stork.

Zwar kenne ich den Großteil unserer Mitglieder persönlich, kenne aber nicht interessante „Hintergründe“. Deshalb bitte ich, mich mit Informationen und Vorschlägen zu unterstützen wen aus unserer Plattschwätzer-Familie man noch vorstellen könnte.

Peter Stork, Kaimter Urgestein, Jahrgang 1932, ist seit fast zehn Jahren Mitglied der Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell e.V.. Viele erinnern sich an seine unterhaltsamen Vorträge über Zeller und Kaimter Anekdoten und Originale. Peter Stork war immer ansprechbar, wenn es um das Mitmachen bei neuen Veranstaltungen oder z.B. ein Auftritt im Seniorenheim ging.

Viele kennen aber auch sein lebenslanges Hobby, das Arbeiten mit Holz. Angefangen hat es 1947 mit einer Lehre als Stellmacher. Das Berufsleben ging dann andere Wege. Aber schon 1977 richtete sich Peter Stork eine kleine Werkstatt mit allen notwendigen Utensilien für die Holzschnitzerei ein. Dabei verwendete Peter Stork nicht die bei Holzschnitzern üblichen weichen Holzarten sondern spezialisierte sich auf heimische Eiche. Die Bearbeitung von Eichenholz ist sehr viel zeit- und arbeitsaufwendiger und erfordert auch sehr viel Geduld. Unzählige Skulpturen aus der Hand von Peter Stork schmücken nicht nur Peter Storks Haus sondern sind auch an vielen anderen Stellen zu bewundern. Natürlich hat die Figuren der großen heimischen Krippe Peter Stork selbst geschnitzt. Sein neuestes Werk ist ein Relief der Burg Eltz, wie das beigefügte Foto mit seinem Erschaffer zeigt.

Die Plattschwätzer wünschen Peter Stork noch eine lange Zeit umgeben vom Duft des geliebten Eichenholzes.

Mit einem frohen „Mir schwätze Platt – Dou och?

Gerhard Schommers

Mundartwörter für "Mundschutz"

Auf unserer Seite in Facebook fragen wir nach Mundartwörtern für "Mundschutz" die sich inzwischen gebildet haben. Vielleicht fällt Ihnen dazu was ein!? https://www.facebook.com/pages/Mir-schw%C3%A4tze-Platt/130704073676353?fref=ts

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Mundart...?

Mit was lässt sich "Mundart" eigentlich sonst noch bezeichnen? Mit "Platt", "Dialekt" ...und "Schnesskunst" Passt doch!?

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Hintergrundfoto "Alf, Bullay, St. Aldegund" mit freundlicher Genehmigung von Klaus Wendt